Einzelberatung macht Sinn … auch wenn der Partner nicht mitmacht.

Beziehung Fragen Probleme

Es gehören immer zwei dazu … oder? Ja, das mag sein. Meist gehören noch viel mehr Menschen dazu, unsere Ansichten zu bilden. Bei unseren Beziehungen ist es klar, dass alle Personen dazu gehören und jeder seinen Anteil beiträgt und sich das vermischt, wieder neu entzünden kann und dann noch anders wird. Das gesamte Umfeld gehört zu unserem Leben und wir haben alle Anteil am Leben anderer Personen. Die freundliche Verkäuferin kann uns so einen positiven Schub geben, wie wir durch ein lobendes, liebes Wort an den Fahrkartenkontrolleur. Das geht immer – positiv wie negativ – und allen Menschen gegenüber. Daher gehören ganz viele Menschen zu jedem Thema.

Wir müssen nicht an unseren Themen mit allen Personen arbeiten, die es betrifft. Die klassische Paartherapie beginnt meistens damit, dass ein Partner mehr möchte und mit der Veränderung beginnt. Oft wäre das auch gar nicht möglich, weil die Interaktionen so vielfältig sind. Unsere Eltern beispielsweise sind immer wichtig für unser Leben, aber sie möchten das nicht immer wahrnehmen und deswegen helfen sie uns meist nicht dabei, die Probleme zu lösen, die sie mit verursacht haben. Die Verdrängung von Schuld kennen wir alle – Eltern eben auch. Die Probleme zu lösen, die wir von klein auf durch andere Leute gelernt haben, das bedeutet vielleicht das sogenannte „erwachsen werden“.  

Manchmal spielen Ex-Beziehungen eine Rolle in unserem Leben, manchmal verstorbene Personen oder Menschen, zu denen wir keinen Kontakt haben. Insofern können wir ohnehin schon nicht mit allen Personen arbeiten, die es betrifft oder die in unsere Gedanken, Gefühle und Erlebnisse verwickelt sind. Das klingt total kompliziert, oder? Das ist es auch und genau deswegen sollten wir nicht das ganz Unmögliche versuchen, indem wir alle Menschen in unsere Entscheidungsfindung einbeziehen. Das wäre genauso, wie es allen Menschen recht machen zu wollen, um uns zu helfen, uns aber dabei vergessen.

Wenn unser aktueller Partner oder eine andere wichtige Person unser Problem nicht wahrnimmt oder unser Bewusstsein nicht teilt, dann können wir natürlich zudem auch niemanden zwingen, mit uns gemeinsam eine Beratung aufzusuchen. Wenn die Affäre, der Seitensprung, der Ehemann, die Ehefrau oder der Lebenspartner bzw. die Lebenspartnerin keinen Sinn darin sieht, dass man sich mit anderen Personen bespricht, dann geht das nicht – zumindest erst einmal nicht. Und wir wollen auch nicht jedes Thema aufmachen, sondern uns erst einmal besprechen und beraten dürfen, wie wir mit der Affäre, der Veränderung von Gefühlen, den Trennungsgedanken oder der sexuellen Situation umgehen möchten. Bevor man sich mit dem Partner unterhält, macht es Sinn, in sich selbst aufzuräumen.

Wer glaubt oder spürt, dass er etwas ändern möchte, der sollte es in Angriff nehmen. Das kann eben nicht immer andere Menschen einschließen. Sollte man aber die eigenen Bedürfnisse, Gefühle und Bedenken nicht aussprechen und über Jahre – manchmal gar Jahrzehnte – mit sich herumtragen, dann quälen wir uns oftmals viel zu lange wegen der Dinge, die geklärt und gelöst sein könnten.

Im weiteren Verlauf könnte es möglich sein, gemeinsam eine Strategie zu entwickeln, dass man doch eine der wichtigen Personen mit in die Klärung einbezieht – oder sogar mehrere Personen. Das kann direkt oder indirekt geschehen, geplant, achtsam und ohne dabei jemanden zu übervorteilen. Darum darf es sowieso nicht gehen. Respektvoller und achtsamer Umgang miteinander ist immer wichtig.

Der Start in die eigene Freiheit von Gedanken und Gefühlen ist für uns alle eine grundlegende Sache. Wir haben ein Recht auf unser Leben. Natürlich kommt es immer mal im Leben dazu, dass wir uns selbst nicht verstehen oder wir uns nicht entscheiden können. Hier ist professionelle Beratung und Begleitung wichtig. Freunde, Bekannte und Familie haben oftmals eigene Interessen, die ein Gespräch so stören können, dass man am Ende noch ratloser ist.

Im professionellen Kontext klären wir erst einmal die wirkliche Ausgangsposition und schauen auf das Umfeld sowie andere wichtige Dinge, sprechen über Gedanken, Gefühle und Unsicherheiten. Dann erst findet man das heraus, was man wirklich möchte und was einen daran hindert, das wahre Ziel zu erreichen. Jeder von uns steht sich selbst oft im Weg und braucht manchmal eine kurze oder auch mal eine längere Begleitung, um zu wissen, worum es wirklich geht, um den Weg zur eigenen Freiheit und inneren Ruhe zu gehen. Ein Anruf oder eine E-Mail (bitte mit Rufnummer für einen Rückruf) können der Anfang neuer Freiheit sein.